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butter knife: facebook

by Giulio Vacchiano

ich heisse giulio vacchiano, ich bin ein gastro kritiker und lebe und arbeite in köln. meine arbeit ist, ich schreibe witz texte ins facebook und die meisten leute merken es nicht dass ich es ernst meine.
ich dachte, es ist eine gute idee mal loszuwerden ein paar grundsätzliche sachen an eine imaginierte unvoreingenommene neue leserin bei warehouse industries: auf facebook texte schreiben ist eine richtige plage. der hauptgrund warum es eine plage ist man kann nicht vermeiden sich von den faves beeinflussen zu lassen. wenn ich einen artikel schreibe und er kriegt 5 faves mach ich immer eine embryo stellung unter meinem schreibtisch und versuche mir einzureden dass es nicht dadran liegt dass alle mich unterschwellig hassen und ich einfach dumm und hohl bin. und natürlich schreibe ich dann solche artikel wo favs bringen eher, obwohl ich mich dann auch immer noch mehr dumm und hohl fühle weil es sind immer die besonders dümmlichen schlechten artikel wo von so einer alman perspektive als gegeben vorausgesetzt ausgegangen wird, die am meisten favs kriegen. bei facebook sind so viele langweilige und die verbringen da am meisten zeit, aber zusätzlich würde ich sagen sind allg alle leute da direkt ein bisschen dümmer und nerviger. ich würde mal behaupten es ist weil inzwischen die meisten mit ihren verwandten auch auf facebook befreundet sind und man da deshalb dann so mit der verwandten version von jedem es zu tun kriegt. das ist so als hätten immer wenn man was mit seinen freunden unternimmt die ihre moms oder ganz langweiligen cousins noch mit dabei und man kann sich ja direkt denken was dann dabei für gespräche rauskommen und wo die humor latte circa hängt. eigentlich vielleicht würde es mich weniger stören wenn ich bei den moms und cousins nicht tendenziell so gut ankäme, wirklich sie schätzen mich, ist es ok wenn man davon einen kloss im hals kriegt


Fußnoten

  1. https://www.facebook.com/tasteslikeashes/

Giulio Vacchiano is a critic who’s main focus is the culinary scene of Cologne. Since 2016, he runs the facebook page “it tastes like ashes”1.